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Brenner / Burner: 

Gängigste Versionen für Docht-Petroleumlampen
Most common versions for wick lamps (Europe)
 
Die Geschichte der Dochtlampen begann Anfang bis Mitte des 19. Jahrhunderts mit der Entdeckung und Nutzung mineralischer Öle(Petroleum). Erdöl/Walöl(Tran) an sich war schon länger bekannt und wurde auch schon für Beleuchtungszwecke verwendet, aber erst durch den polnischen Chemiker Ignacy Lukasiewicz (1822-1882) in Lemberg, der auch als einer der Pioniere der Erdöldestillation gilt und den Runddocht erfand, wurde das Prinzip der Dochtlampen massentauglich. 1853 erfand er in Zusammenarbeit mit dem Blechschmied Adam Bratkowski den ersten Prototypen einer Petroleumlampe. Petroleum hat einen hohen Energiegehalt und es ist dünnflüssig. Die kapillaren Eigenschaften eines Dochtes können das Petroleum in einer Lampe 20-25 cm nach oben saugen. Dort kann es in gasförmigen Zustand übergehen und mit mehr oder minder großer Flamme gleichmäßig verbrennen. Zum Schutz der Flamme dient ein Glaszylinder, der gleichzeitig durch Luftzug die Sauerstoffversorgung der Flamme optimiert. Die Regulierung des Dochtes und damit der Helligkeit erfolgt über ein Stellrad.
Kosmosbrenner, kosmos burner. Antiker Petroleumbrenner. Antique oil kerosene burner.Der Kosmosbrenner, patentiert 1865, geht auf eine Entwicklung von Wild und Wessel aus Berlin zurück. In ihm wird ein flacher, breiter Docht so geführt, dass er oben kreisförmig zusammenläuft und die Verbrennungsluft von außen und von innen zugeführt wird. Die Lichtausbeute dieser Hohldocht- oder Rundbrenner ist dadurch ungleich höher als die der Flachbrenner. Auch ist die Verbrennung sauberer, ein solcher Brenner rußt nicht und riecht kaum. Der Kosmosbrenner gehört zu den meistgebauten Brennern, er war wirtschaftlich im Betrieb und konnte auf fast jeden einfachen Tank geschraubt werden. Einige Petroleum-Rundbrenner benutzen einen rund gewebten hohlen Docht, müssen somit aber die Verbrennungsluft zur Innenbelüftung der Flamme durch ein zentrales Luftrohr durch den Tank hindurch beziehen (so genannte Zentral-Luftzuglampe). Bei diesen Lampen ist daher der Tank komplizierter aufgebaut. Wichtig ist der Glaszylinder auf dem Brenner, der durch seine Kaminwirkung für den richtigen Zug der Verbrennungsluft sorgt. (Quelle: Wikipedia)

Matador-, Salvator-, Idealbrenner. Matador, Salvator, Ideal burner. Antiker Petroleumbrenner, antique oil kerosene burner.

Eine Methode zur Steigerung der Helligkeit war die Verwendung einer Flammscheibe. Diese Flamm- (auch Brand-)scheibe wurde wenige Millimeter über dem Dochtende platziert. Die Flamme „stößt“ auf dem Weg nach oben gegen diese Scheibe und wird dadurch „breiter“ und somit auch etwas heller. Flammscheibenbrenner (Erfunden und patentiert von Ehrich & Graetz in Berlin) benötigen einen speziellen Glaszylinder mit kugeliger Ausbuchtung, um der Flamme entsprechend Platz zu lassen. Die Helligkeit dieser Lampen ist erstaunlich, die Wärme, die sie verbreiten, jedoch auch. Ebenso sind diese Brenner übermäßig „durstig“. Der Verbrauch steigt überproportional. Lampen mit solchen Brennern befanden sich fast nur in „reichen“ Haushalten. Bekannte Modelle dieser Bauart sind der Ideal- und der Matadorbrenner, sowie Salvator- und Carolybrenner. (Quelle in Teilen: Wikipedia)

Flachbrenner, Wiener Brenner. Flat burner. Antiker Petroleumbrenner. Antique oil kerosene burner.

Der Flachbrenner ist mit die einfachste Bauform von Dochtbrennern. Der Docht wird flach über einen Schlitz nach oben hinaus geführt. Ein anfangs großer Volumenproduzent dieser Bauform war die Firma Ditmar aus Wien. Dadurch hat sich auch die Bezeichnung "Wiener Brenner" etabliert. Das Prinzip wird auch heute noch in gängigen Sturmlaternen - wie sie jeder kennt - verwendet. Die Lichtausbeute ist allerdings relativ bescheiden und aufgrund der schwächeren Kaminwirkung, durch die Bauform des zugehörigen Glaszylinders, ist die Verbrennung nicht so sauber.

Von diesen drei Grundformen gab es durch die Erfinder, bzw. im Verlauf durch diverse andere Hersteller, verschiedenste Ausführungen mit unterschiedlichsten Merkmalen. Z.B. gab es Ausführungen mit einem Hebel zum Anheben der Brennergalerie, was das Anheben des Glaszylinders zum entzünden überflüssig machte. 

Über die Jahre gab es noch weitere Brennertypen wie Glühlichtbrenner (mit oder ohne Glühstrumpf), Starklichtlampen (Druckverdampfung des Brennstoffs), Pigeon-Brenner (einfacher Dochtbrenner aus Frankreich), Duplex-Brenner (Doppel-Flachbrenner aus England) und diverse Andere. Auf diese wird hier nicht weiter eingegangen (evtl. später mehr).

 

 
Kosmosbrenner
(Rundbrenner)
  
 
Flachbrenner
 
 
 
Brand-/Flammscheibenbrenner 
(allg. Matador oder 
Idealbrenner) (Rundbrenner)
Linig
Ø Gewinde (mm)
Thread
Linig
Ø Gewinde (mm)
Thread
Linig
Ø Gewinde (mm)
Thread
6''' 25,1 3''' nicht genormt ---  --- 
8'''  27,3 (27,8) 5'''  not normed ---  --- 
10'''  32,8 7'''  --- ---  --- 
12'''  39,5 11'''  ---  ---  --- 
14'''  39,5 ---  ---  ---  --- 
15'''  39,5  ---  ---  15''' 39,5 (Salvatorbrenner 16''')
20'''  39,5 ---  ---  20'''  39,5
--- --- --- --- 30''' 47,8

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Maß "Linie" ("Linig") oder besser "Ligne" ist vom französischen Fuß abgeleitet (auch "alter Pariser Fuß" oder "Pied de Roi" genannt): 1 Fuß (') = 12 Zoll ('') = 144 Linien (''') = 32,484 cm. Eine Linie entsprach demnach etwa 2,25 mm. Bei Rundbrennern bezeichnete die Größe "Ligne" die halbe Breite des erforderlichen Dochtes, bei Flachbrennern die ganze Breite. Geblieben ist der Begriff "linig" als Klassifizierungshilfe. Inbesondere bei Kosmosbrennern und bei den meisten Brandscheibenbrennern besteht nämlich ein Zusammenhang zwischen der Dochtbreite, dem Zylinderdurchmesser, dem Durchmesser des Brennergewindes, Lampenschirms oder der Lampenkugel. Die gängigsten Rundbrenner waren die 10- und die 14-linigen Kosmosbrenner. Wenn man einen als 10-linig bezeichneten Kosmosbrenner hat, paßt dazu ein 10-liniges Glas, ein 10-liniger Tank, ein 10-liniger Schirmreifen, etc. (Quelle Begriffserklärung "Linie"/"Ligne": hytta.de)


Flammbild (Rundbrenner) / Proper flame (round burner):

Flammbild, Einstellung der Flamme, Kosmosbrenner. Proper flame, setting, adjustment flame. Antiker Petroleumbrenner, Petroleumlampe. Antique oil kerosene burner, lamp.

1. Flamme zu groß. Keine saubere Verbrennung mit mehr oder wenig starker Rußbildung. In geschlossenen Räumen nicht zu empfehlen.
Flame to big. No clean burning with more or less soot formation. Not recommended in closed rooms.
 
2. Flamme zu klein. Keine saubere Verbrennung und starke Abnutzung des Dochts.
Flame to small. No clean burning and heavy abrasion of the wick.
 
Löschen der Flamme / Extinguish the flame:
Drehen sie nicht den Docht herunter. Lassen sie diesen in der aktuellen, gut justierten Position. Blasen sie aus geringem Abstand, kurz und heftig in die Luftschlitze am Brenner (siehe Bild).
 
Don't turn down the wick. Leave it in the well regulated, actual position. Just blow from short distance, short and strongly into the air slots of the burner (see picture).

Brennstoff / Fuel:
 
Verwenden sie keine "günstigen" Lampenöle aus Discountern oder Baumärkten als Brennstoff beim Betrieb in geschlossenen Innenräumen. Auch sogenannte Duft- u. Aromaöle sind für Beleuchtungszwecke nicht geeignet. Dafür empfehlen sich ausschließlich entaromatisierte, hochaufgereinigte Kohlenwasserstoffgemische (C10-C12), welche auch ausdrücklich für die Verwendung in geschlossenen Räumen freigegeben sind. (CAS: 64742-48-9 / EINECS: 265-150-3)
 
Don't use "cheap" lamp oil or esoteric fragrance oil from your local discounter for lamp use in interior! Only use de-aromatized, high-purified fuel from professional providers which is released for indoor use (closed rooms).

Docht / Wick
 
   
Linig Breite / Weight (mm) Linig  Breite / Weight (mm)
6''' 35  3'''
8'''  42  5'''  12 
10'''  50  7'''  15 
12'''  55  11'''  23 
14'''  66  ---  --- 
15'''  69-75  ---  --- 
20'''  88-90  ---  --- 
Docht für Petroleumlampen. Wick for oil kerosene lamps.Sollten sie eine alte Lampe nach längerer Zeit in Innenräumen in Betrieb nehmen, sollte ein neuer Docht verwendet werden und der Tank vorher gereinigt werden. Früher wurde teilweise alles mögliche, brennbare benutzt. Diese Rückstände werden dann verbrannt, gelangen in die Atemluft und können durchaus gesundheitsschädlich sein. Sehr alte Dochte sind auch oft porös und lösen sich auf.
Allgemein gilt: Bei richtiger Einstellung der Flamme brennt nicht der Docht sondern nur das Brennstoff-Luftgemisch kurz darüber. Dochte verbrennen (Abnutzung) nur kurzzeitig beim Entzünden und Löschen der Flamme.
 
When using an old lamp the first time again use always new wick and clean the bassin. In former times people filled in everything flammable. These residues will burn and reach the breathing air which can be unhealthy. Old wicks are mostly porous and disintegrate too.
In general: With well regulated flame the wick does not really burn. Only the fuel-air compound above. Only when lightning and extinguish the flame it will burn/glow a very short time.
 

Glaszylinder / Glass cylinder/chimney
Glaszylinder, Kosmos, Wiener, Matador für Petroleumlampen. Glass cylinder chimney, kosmos, wiener, matador for oil kerosene lamps.
Linig
Ø unten (mm)
bottom
Linig
Ø unten (mm)
bottom
Linig
Ø unten (mm)
bottom
6''' 34 - 35 3''' 25  ---  --- 
8'''  36 - 37 5'''  37  ---  --- 
10'''  39 - 40 7'''  39  ---  --- 
12'''  43 - 44 11'''  51  ---  --- 
14'''  52 - 53 ---  ---  ---  --- 
15'''  52 - 53  ---  ---  15''' 52 - 53 
20'''  64 - 65 ---  ---  20'''  64 - 65
--- --- --- --- 30''' 78 - 79 
 
 
 

 

 

 

 

 

 


Literarur / Literature
"Die Deutsche Lampe" von Jacques Goldberg, 1911. [15,7MB]
Auszug "Die Beleuchtung" aus "Das Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien"
von Otto Spamer, 1896. [30,8MB]
"Die Petroleumlampe und ihre Bestandteile" von Wilhelm Gentsch, 1896. [115MB, externer Link: napoleum.de]