Prolog: 
 
Die folgenden Informationen wurden zusammengetragen um Laien und Interessierten einen allgemeinen Überblick über die gängigsten Beleuchtungsmittel (Docht- und Petroleumlampen) der damaligen Zeit zu verschaffen, mit grundlegenden technischen Details und Tipps zur praktischen Verwendung der gängigen Standardformen aus dem Bereich der Innenraumbeleuchtung. Je mehr man sich mit der Materie im Detail beschäftigt, desto komplexer wird die Thematik, speziell im Bezug auf historische und technische Zusammenhänge. Es gab damals unzählige Hersteller und Vertriebler von Petroleumlampen, quer durch Europa. Manche produzierten komplette Lampen, andere kauften Petroleumbrenner und weitere Teile anderer Hersteller hinzu, um unter eigenem Namen wiederum komplette Lampen zu produzieren und zu vertreiben (z.B. Opitz, Schreiber & Neffen, Löwenbach, Kretschmar, Freytag & Koch, Albert Frank, Meissen und viele andere). Die Brenner selbst wurden teils in Lizenz gefertigt oder leicht weiter modifiziert. Hotspots der Produktion und Entwicklung der Brenner selbst (weitere Details siehe weiter unten) waren in Europa in Berlin, Wien, Paris, Lüttich und Birmingham. Hier ist auch Leipzig, speziell die Fa. HASAG [Hugo und Alfred Schneider AG] (ehem. Haeckel & Schneider), zu erwähnen, aufgrund des damaligen Produktionsvolumens. Vor allem viele der heute noch auffindbaren, einfachen Kosmosbrenner, stammen aus diesem Werk. Es gab sehr viele technische Feinheiten und Unterschiede in Aufbau und Konstruktion der Brenner, Zylinder, sowie der Lampen allgemein. Für den Laien mag es manchmal etwas verwirrend sein. Findet ein solcher z.B. einen alten Brenner mit Flammscheibe auf dem Speicher, Flohmarkt etc., wird er ihn nach etwas Recherche wohl als "Matadorbrenner" klassifizieren. Ist auch soweit in Ordnung. Allerdings gab es diverse Hersteller von Flammscheibenbrennern, und auch hier wieder diverse Unterschiede in Aufbau und Technik. "Matador" war eine Brennermarke von Ehrich und Graetz in Berlin (praktisch der Erfinder dieser Bauform). Hier verhält es sich ähnlich wie mit dem "Tempo". Jeder weiß was gemeint ist, auch wenn das Taschentuch von einem anderen Hersteller ist und sich vom Original unterscheidet. Komplette Lampen, so wie sie damals verkauft wurden sind heute relativ selten. Auch der Endkunde konnte die einzelnen Bauteile beziehen und aufgrund genormter Maße ersetzen, austauschen usw.. Dies wirkt sich auch auf den Markt- bzw. Sammlerwert einer solchen Lampe aus. Im folgenden könnte so mancher Experte ein Haar in der Suppe finden, da ich manches evtl. etwas vereinfache, der Übersichtlichkeit halber. Fundierten Verbesserungsvorschlägen stehe ich jedoch immer offen gegenüber.

Links:
 
Herstellerarchiv Petroleumbrenner (DSR/DTR) / Manufacturer archive (European lamp burners)DTR Backup, PDF von der mittlerweile abgeschalteten Seite petroleumbrenner.de / wt-pempel.de
Ersatzteile und Zubehör (Reproduktionen) / Spare Parts (European lamps)STUGA-CABAÑA - hytta.de
Brennstoff / FuelHoefer Chemie GmbH
 
Weitere Links zum Thema am Ende der Seite. / Further links to interesting sites at the end of the page.

Hauptbestandteile einer Petroleumlampe allg. / Main components of a kerosene lamp in general:

Am Beispiel einer gewöhnlichen Schirmlampe / By example of a common shade lamp

Bestandteile einer Petroleumlampe


Brenner / Burner: 

Gängigste Versionen für Docht-Petroleumlampen
 
Most common versions for wick lamps (Europe)
 
Die Geschichte der Dochtlampen begann Anfang bis Mitte des 19. Jahrhunderts mit der Entdeckung und Nutzung mineralischer Öle(Petroleum). Erdöl/Walöl(Tran) an sich war schon länger bekannt und wurde auch schon für Beleuchtungszwecke (Öllampen seit der Antike, Argandbrenner ~1783, Uhrwerklampen bzw. Carcell-/Moderateurlampen ~1800/1827) verwendet, aber erst durch den polnischen Chemiker Ignacy Lukasiewicz (1822-1882) in Lemberg, der auch als einer der Pioniere der Erdöldestillation gilt und den Runddocht erfand, wurde das Prinzip der Dochtlampen massentauglich. 1853 erfand er wohl in Zusammenarbeit mit dem Blechschmied Adam Bratkowski den ersten Prototypen einer Petroleumlampe. Petroleum hat einen hohen Energiegehalt und es ist dünnflüssig. Die kapillaren Eigenschaften eines Dochtes können das Petroleum in einer Lampe 20-25 cm nach oben saugen. Dort kann es in gasförmigen Zustand übergehen und mit mehr oder minder großer Flamme gleichmäßig verbrennen. Zum Schutz der Flamme dient ein Glaszylinder, der gleichzeitig durch Luftzug die Sauerstoffversorgung der Flamme optimiert. Die Regulierung des Dochtes und damit der Helligkeit erfolgt über ein Stellrad (Dochttriebrad oder Dochtstellrad).
Es ist nicht gesichert wer nun letztendlich und tatsächlich die erste "Petroleumlampe in weitestem Sinne" gebaut/erfunden hat. Während dieser - im Bezug auf praktische Erfindungen - extrem schnelllebigen Zeit zu den Anfängen der Industrialisierung, wurde dieses Prinzip wohl parallel in den USA und Europa entdeckt und genutzt. In Europa waren es die Firma Wild & Wessel aus Berlin, sowie die Firma Gebrüder Brünner (später R. Ditmar, Gebr. Brünner AG) aus Wien, welche folgende Brennergrundformen entwickelten und patentierten. Diese Grundformen wurden dann hauptsächlich, bis zur Elektrifizierung Anfang des 20ten Jahrhunderts in diversen Variationen von unterschiedlichen Manufakturen produziert:
 
Kosmosbrenner, kosmos burner. Antiker Petroleumbrenner. Antique oil kerosene burner.Der Kosmosbrenner, patentiert 1865, geht auf eine Entwicklung von Wild und Wessel aus Berlin zurück. In ihm wird ein flacher, breiter Docht so geführt, dass er oben kreisförmig zusammenläuft und die Verbrennungsluft von außen und von innen zugeführt wird. Die Lichtausbeute dieser Hohldocht- oder Rundbrenner ist dadurch ungleich höher als die der Flachbrenner. Auch ist die Verbrennung sauberer, ein solcher Brenner rußt nicht und riecht kaum. Der Kosmosbrenner gehört zu den meistgebauten Brennern, er war wirtschaftlich im Betrieb und konnte auf fast jeden einfachen Tank geschraubt werden. Einige Petroleum-Rundbrenner benutzen einen rund gewebten hohlen Docht, müssen somit aber die Verbrennungsluft zur Innenbelüftung der Flamme durch ein zentrales Luftrohr durch den Tank hindurch beziehen (so genannte Zentral-Luftzuglampe). Bei diesen Lampen ist daher der Tank komplizierter aufgebaut. Wichtig ist der Glaszylinder auf dem Brenner, der durch seine Kaminwirkung für den richtigen Zug der Verbrennungsluft sorgt. (Quelle: Wikipedia)

Matador-, Salvator-, Idealbrenner. Matador, Salvator, Ideal burner. Antiker Petroleumbrenner, antique oil kerosene burner.

Eine Methode zur Steigerung der Helligkeit war die Verwendung einer Flammscheibe. Diese Flamm- (auch Brand-)scheibe wurde wenige Millimeter über dem Dochtende platziert. Die Flamme „stößt“ auf dem Weg nach oben gegen diese Scheibe und wird dadurch „breiter“ und somit auch etwas heller. Flammscheibenbrenner (Erfunden und patentiert von Ehrich & Graetz in Berlin) benötigen einen speziellen Glaszylinder mit kugeliger Ausbuchtung, um der Flamme entsprechend Platz zu lassen. Die Helligkeit dieser Lampen ist erstaunlich, die Wärme, die sie verbreiten, jedoch auch. Ebenso sind diese Brenner übermäßig „durstig“. Der Verbrauch steigt überproportional. Lampen mit solchen Brennern befanden sich fast nur in „reichen“ Haushalten. Bekannte Modelle dieser Bauart sind der Ideal- und der Matadorbrenner, sowie Salvator- und Carolybrenner. (Quelle in Teilen: Wikipedia)

Flachbrenner, Wiener Brenner. Flat burner. Antiker Petroleumbrenner. Antique oil kerosene burner.

Der Flachbrenner ist mit die einfachste Bauform von Dochtbrennern. Der Docht wird flach über einen Schlitz nach oben hinaus geführt. Ein anfangs großer Volumenproduzent dieser Bauform war die Firma Ditmar aus Wien. Dadurch hat sich auch die Bezeichnung "Wiener Brenner" etabliert. Das Prinzip wird auch heute noch in gängigen Sturmlaternen - wie sie jeder kennt - verwendet. Die Lichtausbeute ist allerdings relativ bescheiden und aufgrund der schwächeren Kaminwirkung, durch die Bauform des zugehörigen Glaszylinders, ist die Verbrennung nicht so sauber.

Brenner mit Hebegalerie (Goldstern-Brenner)Von diesen drei Grundformen gab es durch die Erfinder, bzw. im Verlauf durch diverse andere Hersteller, verschiedenste Ausführungen mit unterschiedlichsten Merkmalen. Z.B. gab es Ausführungen mit einem Schlüssel zum Anheben der Brennergalerie (Hebegaleries. Abb. rechts), was das Anheben des Glaszylinders zum entzünden überflüssig machte oder sogenannte Mitrailleusenbrenner - im Prinzip Flammscheibenbrenner - allerdings mit vielen, rundherum angeordneten Volldochten anstatt eines Rundflachdochtes. Oder Brenner mit geschlossenen Schlauchdochten. Eine sehr schöne Erfindung waren auch die Duplumbrenner. Sie besaßen einen zweiten, kleinen Nebendocht, der nach dem Löschen auf "Sparflamme" weiter brannte. So wurde das Neuentzünden erleichtert. Einen kleinen Überblick über die verschiedenen Ausführen finden sich im Jacques Goldberg Katalog von 1911 (ab Seite 13.). Ein paar spezielle Brenner finden sie auch hier unter der Rubrik Petroleumbrenner.

Über die Jahre gab es noch weitere Brennertypen (auch unter Verwendung alternativer Brennstoffe wie Spriitus oder Gas) wie Glühlichtbrenner mit Petroleum GlühlichtbrennerPerkeo- oder Nachtlicht-BrennerGlühstrumpf (s. Abb. rechts), Starklichtlampen (Druckverdampfung des Brennstoffs), Pigeon-Brenner (einfacher Volldochtbrenner aus Frankreich) in ähnlicher Bauform auch Perkeobrenner oder Nachtlicht-Brenner genannt (s. Abb. links), Duplex-Brenner (Doppel-Flachbrenner aus England) für gewöhnlich auch mit einem Löschhebel und Löschklappen ausgestattet, Luftzugbrenner, Rubölbrenner und diverse Andere. Auf diese wird hier nicht weiter eingegangen (evtl. später mehr).
Video mit technischen Informationen über die Inbetriebnahme eines Spiritus-Glühlichtbrenners von 1915: Kriegslichtbrenner H.S. 
 
Odin-BrennerAuch die gängige Kosmosform gab es mit Flammscheiben, sog. Stiftflammscheiben, die sich in der Bauart aber deutlich von den Flammscheiben der "Matadorbrenner" unterscheiden. Zu erkennen an einer kleinen Hülse innerhalb des Dochtrohres. Leider sind diese kleinen Stiftflammscheiben über die Jahre meist verloren gegangen, können aber relativ leicht nachproduziert werden. Diese speziellen Kosmosbrenner (z.B. der "Radiumbrenner" von Kästner & Wild & Wessel - Central-Vulkan BrennerToebelmann oder der "Odin-Brenner" von Carl Holy, s. Abb. links) werden mit leicht abgewandelten Bauformen des Kosmos-Glaszylinders betrieben. Diese Brenner sind aber heute nur noch relativ selten zu finden, ebenso die passenden Zylinder.
Eine ganz besondere Spezialität wurde von Wild und Wessel in Berlin erfunden ("Central-Vulkan Brenner"), sowie nach dem selben Prinzip auch von Brünner/Ditmar in Wien produziert (z.B. "Brilliant-Reform Brenner"). Der zugehörige Zylinder ist grob gesagt eine Mischung aus Matador- und Kosmoszylinder mit Kniff. (s. Abb. rechts)
 

Hauptbestandteile eines Brenners allg. / Main components of a burner in general:

Am Beispiel eines Flammscheibenbrenners / By example of a round burner with flame spreader
Hauptbestandteile eines Petroleumbrenners
 
Gewindemaße / Thread dimensions:
 
Kosmosbrenner
(Rundbrenner)
  
 
Flachbrenner
 
 
 
Brand-/Flammscheibenbrenner 
(allg. Matador oder 
Idealbrenner) (Rundbrenner)
Linig
Ø Gewinde (mm)
Thread
Linig
Ø Gewinde (mm)
Thread
Linig
Ø Gewinde (mm)
Thread
6''' 25,1 3''' nicht genormt* ---  --- 
8'''  27,3 (27,8) 5'''  not normed* ---  --- 
10'''  32,8 7'''  ... ---  --- 
12'''  39,5 11'''  ...  ---  --- 
14'''  39,5 1 Zoll  39,5 (Duplex) 14'''  39,5 / 32,8 (z.B. Augusta-Brenner 14''')
15'''  39,5  ---  ---  15''' 39,5 (Salvatorbrenner 16''')
20'''  39,5 ---  ---  20'''  39,5
--- --- --- --- 30''' 47,8

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

*Für die Flachbrennergewinde lassen sich leider keine einheitlichen Werte festlegen. Es wurden zum Großteil schon ähnliche Maße verwendet, aber nicht durchweg. Auch die Gewindesteigung selbst variierte sehr stark. Für gewöhnlich sind die Flachbrennergewinde nicht mit Vasenringen (Schraubring auf dem Petroleumtank) von z.B. Kosmosbrennern kompatibel.
 
*"Flachbrenner" threads are not really standardized. The thread pitch is mostly not compatible with collars from e.g. Kosmos fonts/tanks.

 

Das Maß "Linie" ("Linig") oder besser "Ligne" ist vom französischen Fuß abgeleitet (auch "alter Pariser Fuß" oder "Pied de Roi" genannt): 1 Fuß (') = 12 Zoll ('') = 144 Linien (''') = 32,484 cm. Eine Linie entsprach demnach etwa 2,25 mm. Bei Rundbrennern bezeichnete die Größe "Ligne" die halbe Breite des erforderlichen Dochtes, bei Flachbrennern die ganze Breite. Geblieben ist der Begriff "linig" als Klassifizierungshilfe. Inbesondere bei Kosmosbrennern und bei den meisten Brandscheibenbrennern besteht nämlich ein Zusammenhang zwischen der Dochtbreite, dem Zylinderdurchmesser, dem Durchmesser des Brennergewindes, Lampenschirms oder der Lampenkugel. Die gängigsten Rundbrenner waren die 10- und die 14-linigen Kosmosbrenner. Wenn man einen als 10-linig bezeichneten Kosmosbrenner hat, paßt dazu ein 10-liniges Glas, ein 10-liniger Tank, ein 10-liniger Schirmreifen, etc. (Quelle Begriffserklärung "Linie"/"Ligne": hytta.de)


Flammbild (Rundbrenner) / Proper flame (round burner):

Flammbild, Einstellung der Flamme, Kosmosbrenner. Proper flame, setting, adjustment flame. Antiker Petroleumbrenner, Petroleumlampe. Antique oil kerosene burner, lamp.

1. Flamme zu groß. Keine saubere Verbrennung mit mehr oder wenig starker Rußbildung. In geschlossenen Räumen nicht zu empfehlen! Im Freien kann die Flamme zur Helligkeitssteigerung ohne Probleme wie abgebildet aufgedreht werden. Qualitativen Glaszylindern schadet die entstehende Hitze nicht. Aus historischer Sicht war ein solches Flammbild in geschlossenen Räumen natürlich gang und gebe um eine möglichst hohe Leuchtkraft zu erzielen. Aus gesundheitlichen Gründen sollte beim Betrieb in der Wohnung aber auf eine saubere Verbrennung geachtet werden. ()
 
Flame to big. No clean burning with more or less soot formation. Not recommended in closed rooms! Outdoors it's not a problem to enlarge the flame like this. Qualitativ chimneys don't have a problem with the corresponding heat.
 
2. Flamme zu klein. Keine saubere Verbrennung und starke Abnutzung des Dochts.
 
Flame to small. No clean burning and heavy abrasion of the wick.
 
(Aufgrund von Nachfragen und wohl allg. Verunsicherung: Der Betrieb von Petroleumlampen im Innenraum (Wohnung, Haus etc.) ist nicht wirklich gesundheitsschädlich, abhängig von dem verwendeten Brennstoff (hochrein und entaromatisiert), der Justierung der Flamme und der Raumgröße. Natürlich wird Sauerstoff verbraucht und es entsteht bei der idealen Verbrennung hauptsächlich Kohlenstoffdioxid (sowie Wasser/Wasserdampf), welches wir aber auch selbst produzieren und ausatmen. Da eine ideale Verbrennung in der Praxis aber kaum realisierbar ist, entstehen nebenbei auch vernachlässigbare Mengen an Kohlenstoffmonoxid und Stickoxiden. Diese übersteigen aber, bei sachgemäßem Gebrauch, keinesfalls die empfohlenen Grenzwerte. Hier sind also nur die Raumgröße und die Belüftung entscheidend, wie gesagt bei richtiger Betriebseinstellung der Lampe und Verwendung qualitativen Brennstoffs. Gewöhnliche Kerzen z.B., die jeder hin und wieder benutzt, sind deutlich gesundheitschädlicher (überproportional zur Flammgröße/Lichtstärke) da eine bauartbedingte, unsaubere Verbrennung stattfindet, und man eigentlich - abhängig von der Bezugsquelle - garnicht weiß was genau da eigentlich verbrannt wird. Qualitative Petroleumbrenner (und das sind die Brenner aus der damaligen Zeit) garantieren eine absolut saubere Verbrennung mit einem vernachlässigbaren Anteil anderer, chemischer Verbrennungsprodukte. Hier möchte ich noch erwähnen das natürlich auch die Kombination aus Brenner und Glaszylinder unbedingt stimmig sein muss. Erst das richtige Zusammenspiel aus diesen beiden Teilen sorgt durch die perfekte Kaminwirkung und die - nicht unerhebliche - Hitzeentwicklung (aka höhere Leuchtkraft) für eine perfekte und saubere Verbrennung. Oft finde ich z.B. bei Ebay Angebote bei denen der Zylinder nicht zum Brenner passt. Sollten sie eine solche Lampe besitzen und sich nicht sicher sein können sie mich gerne kontaktieren. Weitere Informationen zu Glaszylindern siehe weiter unten.
 
Videos: Anzünden/Betrieb unterschiedlicher Brennertypen / Light up and running different burner types
 
Löschen der Flamme / Extinguish the flame:
Drehen sie nicht den Docht herunter. Lassen sie diesen in der aktuellen, gut justierten Position. Blasen sie aus geringem Abstand, kurz und heftig in die Luftschlitze am Brenner (siehe Bild).
 
Don't turn down the wick. Leave it in the well regulated, actual position. Just blow from short distance, short and strongly into the air slots of the burner (see picture).

Glaszylinder / Glass cylinder/chimney
Glaszylinder, Kosmos, Wiener, Matador für Petroleumlampen. Glass cylinder chimney, kosmos, wiener, matador for oil kerosene lamps.
Linig
Ø unten (mm)
bottom
Linig
Ø unten (mm)
bottom
Linig
Ø unten (mm)
bottom
6''' 34 - 35 3''' 25 / 34 ---  --- 
8'''  36 - 37 5'''  37  ---  --- 
10'''  39 - 40 7'''  39 / 42 ---  --- 
12'''  43 - 44 11'''  51  ---  --- 
14'''  52 - 53 ---  65 (Duplex)  ---  --- 
15'''  52 - 53  ---  ---  15''' 52 - 53 
20'''  64 - 65 ---  ---  20'''  64 - 65
--- --- --- --- 30''' 78 - 79 
 
 
 

 

 

 

 

 

 

Es gab auch noch diverse andere Zylinderformen, z.B. spezielle Glaszylinder für französiche Pigeon-Lampen, Glühlichtlampen, Zylinder für sehr spezielle Brennerformen wie den schon oben erwähnten Central-Vulkan Brenner, oder die vielen, unterschiedlichen Gläser für Sturmlaternen. Obige Tabelle/Übersicht beschränkt sich aber auf die damals hauptsächlich verwendeten, standardisierten Formen und Maße, je nach Brennertyp (Kosmos-Rundbrenner, Wiener-Flachbrenner, Flammscheiben-Rundbrenner).
 
Most common/standard chimneys (corresponding to the burner type) see above.
 
Als Beispiel hier eine historische Abbildung einiger, unterschiedlichster Zylinderformen um die Vielfalt in der damaligen Zeit zu verdeutlichen: 
 
Following a historic presentation of other chimney shapes for special lamps and burners

Spezielle Zylinderformen für Petroleumbrenner

Die Glaszylinder werden und wurden ab ca. 1887 hauptsächlich aus hitzebeständigem Borosilikatglas gefertigt (auch bekannt unter dem Markennamen Duranglas, erfunden und patentiert von der Fa. Schott aus Jena), welche den vorab aus "herkömmlichem" Glas gefertigten Zylindern in der Beständigkeit deutlich überlegen waren. Die drei oben aufgeführten Grundformen werden in den Standardmaßen, dank der Nachfrage, auch heute noch gefertigt und im Fachhandel vertrieben. Spezialformen allerdings leider nur noch selten in Kleinauflagen. Man kann aber noch durchaus bei Sammlern und z.B. Ebay etc. Originale aus der Zeit finden. 


Brennstoff / Fuel:
 
Verwenden sie keine "günstigen" Lampenöle aus Discountern oder Baumärkten als Brennstoff beim Betrieb in geschlossenen Innenräumen. Auch sogenannte Duft- u. Aromaöle sind für Beleuchtungszwecke nicht geeignet. Dafür empfehlen sich ausschließlich entaromatisierte, hochaufgereinigte Kohlenwasserstoffgemische (C10-C12), welche auch ausdrücklich für die Verwendung in geschlossenen Räumen freigegeben sind. (CAS: 64742-48-9 / EINECS: 265-150-3)
 
Don't use "cheap" lamp oil or esoteric fragrance oil from your local discounter for lamp use in interior! Only use de-aromatized, high-purified fuel from professional providers which is released for indoor use (closed rooms).

Docht / Wick
 
   
Linig Breite / Weight (mm) Linig  Breite / Weight (mm)
6''' 35  3'''
8'''  42  5'''  12 
10'''  50  7'''  15 
12'''  55  11'''  23 
14'''  66  1 Zoll  25 (Duplex)
15'''  69-75  ---  --- 
20'''  88-90  ---  --- 
Docht für Petroleumlampen. Wick for oil kerosene lamps.Sollten sie eine alte Lampe nach längerer Zeit in Innenräumen in Betrieb nehmen, sollte ein neuer Docht verwendet, und der Tank vorher gereinigt werden. Früher wurde teilweise alles mögliche, brennbare benutzt. Diese Rückstände werden dann verbrannt, gelangen in die Atemluft und können durchaus gesundheitsschädlich sein. Sehr alte Dochte sind auch oft porös und lösen sich auf. Auch hier gilt, kaufen sie qualitative Dochte (Baumwolle) im Fachhandel. Dochte aus Baumärkten und Discountern, welche meist eh nur in wenigen Größen (meist für Sturmlaternen oder Gartenfackeln) angeboten werden, sind für alte Brenner nicht geeignet. Auch sollte von den diversen Angeboten auf Marktplätzen wie Amazon und Ebay abgesehen werden. Je nach Händler sind diese Dochte viel zu engmaschig (verringerte Kapillarwirkung) und/oder mit anderen Zusatzstoffen belastet. 
Allgemein gilt: Bei richtiger Einstellung der Flamme brennt nicht der Docht sondern nur das Brennstoff-Luftgemisch kurz darüber. Dochte verbrennen (Abnutzung) nur kurzzeitig beim Entzünden und Löschen der Flamme.
 
When using an old lamp the first time again use always new wick and clean the bassin. In former times people filled in everything flammable. These residues will burn and reach the breathing air which can be unhealthy. Old wicks are mostly porous and disintegrate too. Also here, just use qualitative wicks from professional suppliers. Don't use wicks from general stores.
In general: With well regulated flame the wick does not really burn. Only the fuel-air compound above. Only when lightning and extinguish the flame it will burn/glow a very short time.
 

Lichtstärke / Light intensity:

Eine historische Übersicht über die Lichtstärke (HK = "Hefnerkerze") von Lampen aus der damaligen Zeit:

Historic chart about the light intensity of different lamp types (HK = Unit of a standardized candle):

Lichtstärke Petroleumlampe (HK)


Literarur / Literature
 
Buchempfehlung: "Schönheit der Petroleumlampen" - Anton Kreuzer, ISBN 3-85378-349-X, booklooker.de
 
"Die Deutsche Lampe" von Jacques Goldberg, 1911. [15,7MB]
 
Auszug "Die Beleuchtung" aus "Das Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien"
von Otto Spamer, 1896. [30,8MB]
 
"Die Petroleumlampe und ihre Bestandteile" von Wilhelm Gentsch, 1896. [115MB, externer Link: napoleum.de]
 
"Beleuchtung vergangener Zeiten", Ausstellung Heimatmuseum Wemmetsweiler - Lothar Spaniol (Carcellampen, Moderateurlampen) [8,5MB]
 
"R. Ditmar - Wien - 1897", Auszüge aufbereitet von Dipl.Ing. Siegmar Geiselberger [6,5MB, externer Link: pressglas-korrespondenz.de]
 
"Stölzle & Söhne - Wien/Prag/Budapest - 1899" (Glaswaren für Petroleumlampen), Auszüge aufbereitet von Dipl.Ing. Siegmar Geiselberger [10MB, externer Link: pressglas-korrespondenz.de]
 
"De lijdensgeschiedenis van de ouderwetsche petroleumlamp" (historisches Video, Niederlande/Netherlands, 1925). Leicht überspitztes Filmchen um die Elektrifizierung zu bewerben. Oder besser gesagt, wie man eine Petroleumlampe nicht benutzen sollte (minderwertiger Brennstoff, falsche Einstellung der Flamme).
Exaggerated short movie to advertise electrification. Or better said how not to use a kerosene lamp (low grade fuel, wrong flame setting). [24,8MB, Quelle/Source: eyefilm.nl]

Weitere Links / Further Links:
 
Sehr informative und umfangreiche Seite rund um Petroleum-/Öllampen von Lothar Spaniol (†) / Very exploratory and wide page around kerosene and oil lampsantik-oellampen.de 
 
Ebenfalls sehr informative und umfangreiche Seite rund um Petroleum-/Öllampen von Monsieur Ara in Paris / Another very exploratory and wide page around kerosene and oil lamps from Paris (multilingual)lumieredeloeil.com 
 
Sehr umfangreiche Seite zu Banquetlampen/Porzellan / Very exploratory page around banquet lamps/porcelainwt-pempel.de 
 
Sehr informative Seite speziell über die diversen Brennertypen und deren Technik, sowie Herstellerverzeichnis von Gerhard Bruder / Very interesting page about different kinds of burners and their technique, and manufacturer archive: petroleumbrenner.de [Leider ist die Seite nicht mehr online / Sadly the page was removed] (-> DTR Backup, PDF
 
Speziell für Starklichtlampen und deren Restaurierung / Specially about high-pressure lamps and restorationlampen-fieber.com 
 
Benzin-/Petroleumlampen, Kocher, Öfen / Petrol-/Kerosene lamps, cookers, stoves/heatersscherning.de 
 
Weitere Informationen über Starklichtlampen und Sammlung von diversen Petroleumlampen / Further information about hig-pressure lamps and collection of all kinds of kerosene lampslampenmaxe.de 
 
Stattliche Sammlung von alten Sturmlaternen / Wide collection of old hurricane lamps: thelovelandlanterncollection.com 
 
Umfangreiche Wissensdatenbank zum Thema / Huge knowledge base about oil-/kerosene-/gas lampspetroleumlampen.de (STUGA-CABANA - hytta.de) 
 
Aus Russland: oillamp.ru 
 
Speziell über US-Lampen / Specially about lamps from USAedward-miller-petroleumlampen.de / aladdinlamps.info 
 
Aus Australien / From Australiaoillamps.com.au / bristolandbathantiques.com.au / kero-lamps.com.au 
 
Aus dem Vereinigtem Königreich / From UKanchorlamps.com / oldflames-lamparts.co.uk 
 
Polnisches Museum mit einer Spezialabteilung über die Geschichte der Beleuchtung / Polish museum with a special division "The history of lightning": Muzeum Podkarpackie 
 
Foren / Forumspelam-forum.de / forum.hytta.de 
 
 
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